Statusbericht zur Buchenkomplexkrankheit in der Eifel

Eberhardt Eisenbarth, Struktur- und Genehmigungsdirektion, Fachbereich 51, Neustadt

(Kurzfassung eines Vortrages anlässlich eines Symposiums zur Buchenkomplexkrankheit am 16. und 17. August 2001 in Prüm)

Seit Sommer 2000 wird in der Eifel das Absterben von Buchen beobachtet. Die Symptome, die sich hierbei zeigen, sind rasche Blattwelke und absterbende Äste im unteren Stamm- und Kronen­bereich, gefolgt von Schleimfluss und sich flächig ablösenden Rindenpartien. Im weiteren Verlauf werden diese Buchen von typischen Sekundärschädlingen befallen, insbesondere von holz­brütenden Käfern und holzzerstörenden Pilzen. Betroffen sind Buchen aller Altersstufen und sozialen Klassen.

Die vorgefundenen Symptome sind bekannt. Sie werden nach derzeitigem Kenntnisstand ausgelöst durch eine periodisch wiederkehrende Buchenkomplexkrankheit, deren Auftreten vom Zusammen­treffen verschiedener Faktoren abhängt. Nach vorliegenden Untersuchungen spielen neben Witterungs­extremen vor allem der Befall der Bäume durch die Buchenwollschildlaus (Cryptococcus fagisuga Lind.) in Verbindung mit Nectria coccinea (Pers.) Fr. eine Rolle für den Ausbruch dieser Krankheit. Die letzte Erkrankungswelle in Rheinland-Pfalz wurde in den späten siebziger und Anfang der achtziger Jahre festgestellt.

Auffällig ist die derzeit zu beobachtende hohe Abundanz holzbrütender Käfer, insbesondere des Buchennutzholzborkenkäfers (Trypodendron domesticum syn. Xyloterus domesticus L.) und des Sägehörnigen Werftkäfers (Hylecoetus dermestoides L.), der im finalen Stadium der Erkrankung zu einer sehr raschen Verbreitung holzzerstörender Pilze bis ins Stamminnerste beiträgt. Bei den vor­gefundenen holzabbauenden Pilzen handelt es sich nach ersten Untersuchungen vorrangig um den Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius [L.:Fr.] Fr.), den Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola [Swartz:Fr.] P. Karsten) und den Angebrannten Rauchporling (Bjerkandera adusta [Wild.:FR.] P. Karsten), in erster Linie Schwächeparasiten oder Saprophyten.

Der Schadensumfang verursacht durch die Buchenkomplexkrankheit liegt in Rheinland-Pfalz derzeit bei rund 7000 Festmetern. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt in den Forstämtern Schneifel und Gerolstein, gefolgt von den Forstämtern Bitburg, Prüm, und Daun. Geringer betroffen sind die peripher angrenzenden Forstämter Hillesheim, Manderscheid, Wittlich und Neuerburg. Südlich der Mosel sind im Schwarzwälder Hochwald und Idarwald in Bereichen der Forstämter Saar-Hochwald und Idar-Oberstein erste Bestände mit der typischen Symptomatik der Buchen­komplexkrankheit festgestellt worden. Die Entwicklung des Krankheitsverlaufs in Belgien lässt für die angrenzenden Bereiche von Rheinland-Pfalz einen Anstieg der Schadholzmengen befürchten und zeigt eindringlich die Notwendigkeit zur raschen Entwicklung forstbetrieblicher Strategien.