Handlungsempfehlungen
  • Erhaltung und Förderung der Buche

    Die Rotbuche (Fagus silvatica L.) ist die mit großem Abstand wichtigste Baumart der natürlichen Waldgesellschaften (insbesondere Hainsimsen- und Waldmeisterbuchenwälder) in der Region. Ihr kommt daher eine besondere Bedeutung für den Naturhaushalt zu. Buchenreiche Wälder sind nicht nur überaus wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten, sondern die Buche ist auch für den Nährstoffhaushalt der Waldökosysteme von besonderer Bedeutung. Die Buche ist  in der Lage, einen effektiven Nährstoffkreislauf aufzubauen und auch im Unterboden verfügbare Nährstoffe zu erschließen und in den Nährstoffkreislauf einzuspeisen. Sie wirkt so der durch Luftschadstoffeinträge verursachten Bodenversauerung entgegen und trägt zur Erhaltung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit bei. Buchenwälder verfügen nicht nur über einen aktiveren Nährstoffkreislauf, sondern sie speichern auch im Vergleich zu Nadelbaumwäldern höhere Kohlenstoff-, Stickstoff- und Basenkationenvorräte.
     
     Die noch vorhandenen Buchenwälder und die Buchenanteile in den Fichtenwäldern sollten daher unbedingt erhalten und nach Möglichkeit erweitert werden.
    Angesichts der aktuellen Buchenerkrankung wieder vermehrt auf Nadelbaum-, insbesondere Fichtenreinbestände zu setzen, ist keine sinnvolle Alternative. Vor allem Fichtenreinbestände verstärken durch die Anhäufung von Auflagehumus die Bodenversauerung. Auf vielen Standorten gehen bei einer reinen Fichtenbestockung mittel- bis langfristig erhebliche Anteile der für das Wachstum der Bäume bedeutsamen Nährstoffe wie Magnesium, Kalium und Kalzium verloren. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit nimmt ab. Zudem sind reine Fichtenwälder erheblichen Risiken insbesondere durch Sturm- und Schneebruch sowie durch Befall mit rindenbrütenden Borkenkäfern ausgesetzt. Falls es im Zuge der prognostizierten Klimaerwärmung zu häufigeren Extremereignissen kommt, werden diese Risiken noch zunehmen.

     
    Unsere dringenden Ratschläge an die Waldbesitzenden:

  • - Wandeln Sie keine Buchenbestände in reine Nadelbaumwälder um.

    - Fördern Sie die in Fichtenbeständen stockenden Buchen, um eine möglichst große Buchen-Streuproduktion zu erreichen. Nutzen Sie insbesondere alle Möglichkeiten zur Auswahl von Buchen-Auslesebäumen in Fichtenwäldern und fördern Sie diese Buchen konsequent bei Durchforstungen.

    - Erhalten Sie bei Buchennaturverjüngung Schirmstellungen, die der Buchenverjüngung Wachstumsvorteile gegenüber der Fichten-Naturansamung verschaffen. Wenn dies durch den krankheitsbedingten Ausfall von älteren Buchen nicht möglich ist und eine üppige Fichtennaturverjüngung die Verjüngung der Buche bedrängt, schützen Sie nach Möglichkeit die Naturverjüngung der Buche vor der Konkurrenz der Fichte.

    - Schützen Sie die Verjüngung der Buche vor übermäßigem Wildverbiss

    - Unterstützen Sie die Anstrengungen der Forstämter, den Anteil der Buche in der Region zu erhöhen und Fichtenreinbestände allmählich in buchenreiche Mischwälder umzubauen.