Handlungsempfehlungen
  • Holzverwertung

    Bei der Holzverwertung gilt es, die Schäden möglichst frühzeitig zu erkennen und sorgfältig einzuwerten. Nur im Frühstadium der Erkrankung (nur Schleimflussflecken und/oder strichförmige Rindennaben, keine flächigen Nekrosen, kein Holzbrüterbefall) kann das Holz ohne Einbußen vermarktet werden. Der Einschlag von Buchen sollte, mit Ausnahme des Einschlags aus Verkehrssicherungsgründen, ausschließlich außerhalb der Saftzeit erfolgen. Überhasteter Einschlag in der Saftzeit führt häufig zu weiterer Holzentwertung, vor allem aber zu Schlagschäden an verbleibenden gesunden Buchen.

    Buchenstammholz ist ein Sortiment mit hoher Wertdifferenzierung. Insbesondere mit starken Stämmen von Furnierqualität oder im Export nach Fernost lassen sich hohe Erlöse erzielen. Der Exportmarkt, der sowohl mit Rundholz als auch mit beträchtlichen Mengen an Schnittholz bedient wird, beruht auf einem durch langjährige Geschäftsbeziehungen erarbeiteten Vertrauen. Dieses Vertrauen könnte durch Lieferung geschädigten Holzes sehr schnell erschüttert werden. In der Rückkoppelung wären erhebliche Preis- und Mengenreduktionen die zwangsläufige Folge.
    Um diesen Markt nicht in Misskredit zu bringen, sollte seitens der Waldbesitzenden unbedingt darauf geachtet werden, dass das Vertrauen der Stammholzkundschaft nicht mit einem Mix aus gesundem und geschädigtem Buchenholz gebrochen wird. Verarbeiter von Buchen-Massenware und mit Absatzmöglichkeiten im Bereich der Verpackungs- und Palettenindustrie können dagegen mit Stammholz aus leicht und frisch geschädigten Buchen noch eine Wertschöpfung erzielen. Solches Holz sollte aber ausschließlich in getrennten Losen und mit offener Deklaration in den Verkaufsunterlagen und bei den Übernahme- und Preisverhandlungen angeboten werden.

    Unsere Empfehlungen im Einzelnen :

    1. Nur gesunde Buchen zur Verarbeitung als Stammholz vorsehen (Rheinland-Pfalz-RP-:Verwendungssorten F, SH, SB, ggf. SW; Güte A, B, BR, C. Luxemburg –Lux-: Catégories Fu, TF, A, B, C).

    2. Stammholz von frisch erkrankten Buchen mit Schadsymptomen wie einige wenige Einbohrlöcher holzbrütender Käfer, aber noch frischem, gesund erscheinendem Holz am Stamm kennzeichnen, in einem vom gesunden Holz getrennten Los zusammenfassen, als Verpackungs- und Palettenholz (Verwendungssorte in RP:VP; in Lux: Catégories Pal) und ohne Ausscheidung einer HKS-Güte (OA) aufnehmen sowie in den Holzlisten mit einem Hinweis auf biotische Schäden versehen.

    3. Aus stark erkrankten oder abgestorbenen Buchen mit Weißfäule und holzzerstörenden Pilzen kein Stammholz aufarbeiten und auf den Markt bringen. Hier kommt allenfalls noch eine Vermarktung als Brenn- und Energieholz in Frage (Verwendungs-sorte in RP: BH; in Lux: Catégories S).

    4. In Beständen ohne die klassischen Symptome der Buchenrindennekrose, jedoch mit Stehendbefall von Buchennutzholzborkenkäfern, sollte ein Einschlag betroffener Bäume nur erfolgen, wenn lukrativ verwertbare Stammholzsortimente anfallen.

    5. In Waldbereichen, in denen die Buchenerkrankung auftritt, sollte kein Stammholz länger als bis Ende März in Poltern am Weg liegen bleiben. Es wird empfohlen, den Einschlag in diesen Bereichen möglichst früh durchzuführen, das Holz zeitnah zu überweisen und mit dem Käufer eine Abfuhr bis spätestens Anfang April zu vereinbaren. Sollte dies nicht möglich sein, kann alternativ eine Zwischenlagerung in einem größeren Nadelwaldkomplex mit mindestens 500 m, besser 1 km Abstand zum nächsten Buchenbestand angestrebt werden.