Auswirkungen des Befalls von Nutzholzbohrern auf die Holzqualität stärkeren Buchenstammholzes

Stefan Seegmüller,
Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz, Trippstadt

(Kurzfassung eines Vortrags anlässlich des Seminars „Aktuelle Versuchsergebnisse der FAWF für die forstliche Praxis am 11., 12. und 13.06.2002 in Welschneudorf)

Seit dem Jahr 2001 werden nicht nur in Belgien, sondern auch im angrenzenden Bundesgebiet be­trächtliche Schäden durch eine dem Schleimfluss ähnliche Buchenkrankheit beobachtet. Diese Baumerkrankung zeichnet sich durch den massiven Stehendbefall ansonsten äußerlich gesund erschei­nender Buchen durch holzbrütende Käfer aus. Solche bisher für gelagertes Holz bekannten Schäden haben bei den Buchenholzverarbeitern zu erheblichen Verunsicherungen geführt. Vor diesem Hinter­grund war es Ziel dieses Projektes, das Ausmaß und die Entwicklung der käferbedingten Buchen-Schnittholzschäden orientierend abzuschätzen.

Zu diesem Zweck wurden im Sommer 2001 20 äußerlich gesund erscheinende, hiebsreife oder nahezu hiebsreife Buchen mit unterschiedlichen Käfer-Befallsdichten zufällig ausgewählt. Jeweils die Hälfte der Bäume wurde im Sommer bzw. im Herbst eingeschlagen und zu Blockware eingeschnitten. Das Schnittholz wurde hinsichtlich der technischen Schäden durch Brutgänge im Holz und der ästhetischen Schäden durch käferbedingte Holzverfärbungen untersucht. Die beobachteten Schäden wurden zu äußeren Stammmerkmalen in Beziehung gesetzt.

An den beobachteten Schäden waren vor allem Trypodendron domesticum und Hylecoetus dermestoi­des beteiligt. Die holzbrütenden Käfer haben sowohl im Sommer als auch im Herbst unter 20 % des Schnittholzes mit ihren Brutgängen entwertet. Während das Schnittholz im Sommer und im Herbst ähnliche Befallsdichten aufwies, war beim zweiten Untersuchungstermin ein signifikant größerer An­teil des Schnittholzes pilzbedingt verfärbt. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die käfer­lochumgebende spindelförmige Holzverfärbung im Herbst deutlich ausgedehnter als im Sommer war. Zu allen Untersuchungsterminen konzentrierten sich die Schäden in der Regel auf die Nordseiten der unteren Stammabschnitte, während das Schnittholz anderer Stammexpositionen und der oberen Stammteile nur vereinzelte Schäden aufwies.

Wie sich zeigte, muss einerseits mit umso größeren Schäden gerechnet werden, je mehr Einbohrversu­che auf der Stammoberfläche beobachtet werden. Andererseits wurde im Sommer schwaches Stamm­holz in bedeutendem Umfang entwertet, während beim starken Stammholz nur geringe Ausbeutever­luste auftraten. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die Käfer zu diesem Untersuchungszeit­punkt das Stammzentrum der starken Buchen nicht erreichten.